Die früher weit verbreitete Meinung, die Meniskus-
entfernung hätte
keine nachteiligen Folgen für das Knie, hat sich als großer Irrtum herausgestellt.
Beim Außenmeniskusverlust spricht man gar von einem "Desaster für das Knie",
weil es durch den Meniskusverlust in kurzer Zeit zu einer erheblichen Knorpelabnutzung
auf der Knieaußenseite kommen kann.
Aber auch der Innenmeniskusverlust führt zu einer Überlastung mit möglichen erheblichen Folgeschäden. Deshalb gilt der Grundsatz, dass bei Erfolgsaussicht immer eine Meniskuserhaltung durch Naht oder eine möglichst sparsame Resektion anzustreben ist. Nur wenn sich die Meniskuserhaltung als unmöglich erweist, ist die Entfernung angezeigt, um die Gelenkfunktion zu ermöglichen und Schmerzen zu lindern.
In diesen Fällen ist dann ein Meniskusersatz zu erwägen:
Bei dieser arthroskopischen OP wird ein meniskusartig geformtes Kollagengerüst
an den Defekt angepasst, eingebracht und
mit 3-5 Meniskusankern fixiert.
Das Gerüst dient der Besiedlung mit körpereigenen Knorpelzellen und wird
als "Fremdkörper" simultan abgebaut, so dass nach ca. 6 Monaten ein
Meniskus-
regenerat resultiert, das annähernd die Eigenschaften des originalen
Meniskus aufweist. In den letzten Jahren sind dazu erfolgversprechende
Forschungsergebnisse veröffentlicht worden, so dass wir uns entschlossen haben,
den Meniskus-
ersatz als neue OP in unser Leistungsspektrum aufzunehmen.